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Tipps und Tricks fürs gute Schreiben

 

Möchten Sie mit Ihrem Text Leserinnen und Leser anziehen, unterhalten, überraschen und für sich gewinnen? Dann finden Sie hier Tipps und Tricks, wie Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Leserschaft sichern können.

1. Der zielgruppengerechte Einstieg

Der Einstieg soll gut durchdacht sein (denken Sie, bevor Sie schreiben). Fragen Sie sich: Wer ist Ihre Zielgruppe und wer soll den Text lesen? Ist diese Frage geklärt, können die Leserinnen und Leser mithilfe eines lebendigen und aufregenden ersten Satzes zum Weiterlesen animiert werden. Langweilen oder vergraulen Sie die Leserschaft nicht mit bereits Bekanntem, sondern präsentieren Sie ihnen einen griffigen und überraschenden Einstieg. Formulieren Sie einen wirkungsvollen ersten Satz.

wirkungsvoller erster Satz

Dem Text stehen im Durchschnitt 10 Sekunden oder 160 Zeichen zur Verfügung, um die Leserschaft zu überzeugen. In zwei bis drei Sätzen sollten somit die für die Leserschaft zentralen Fragen geklärt werden: Worum handelt es sich beim Text und warum soll ich weiterlesen?

 

2. Die richtigen Worte für Ihren Content finden

Wählen Sie kurze Wörter, um die Lesbarkeit des Textes zu steigern. Nicht nur sind die kurzen Wörter meist die bekanntesten, sondern zugleich auch die konkretesten. Denn: Kurze Wörter sind verständlicher als lange (Wirkung statt Wirkungsweise, Wetter statt Witterungsbedingungen). Leserinnen und Leser lieben das Anschauliche, Einzelne und Konkrete. Entscheiden Sie sich also immer für die kleinste Einheit dessen, was gemeint ist. Sprechen Sie vom Baummarder, vom Gartenschläfer, vom Juchtenkäfer und vom Zaunkönig – nicht von Waldtieren. Kurz: Benennen Sie das Konkrete und Greifbare, vermeiden Sie das Abstrakte und Theoretische.

Verben, auch Tätigkeitswörter genannt, sind in jedem Fall den Adjektiven und im Grenzfall auch den Substantiven vorzuziehen. Spielen Sie mit den Verben, transportieren Sie Stimmung und Bewegung (tropfen, heulen, jammern, rinnen) und lassen Sie Ihren Text dadurch lebendig wirken.

 

Für Verben, Adjektive und Präpositionen (Nebensachen) sind Synonyme gewünscht – denn Abwechslung ist jedem Leser willkommen. Aus SEO-Gründen (SEO: Suchmaschinenoptimierung) gilt dasselbe auch für Substantive (Hauptsachen). Denn mit Synonymen können andere Keywörter abgegriffen und die gewünschte Keyword-Dichte eingehalten werden.

Ziehen Sie die Aufmerksamkeit zudem auf sich, indem Sie abgenutzte Modewörter und Redensarten umwandeln, vom Erwarteten abweichen (Beispiel: „Wie Pilze aus dem Boden feuern statt schiessen“) und so Ihre Leserinnen und Leser überraschen.

 

3. Von Haupt- und Nebensätzen: Die richtigen Sätze basteln

Hauptsätze sollten immer die erste Wahl sein. Der Hauptsatz sollte mit dem Subjekt beginnen. Die Leserschaft kann es jedoch ermüden, wenn der Satzbau immer in gleicher Form ausfällt. Deshalb merke man sich: Abwechslung am Satzanfang ist gewünscht – lassen Sie nicht mehr als zwei Sätze nacheinander mit dem Subjekt beginnen.

 

Vier weitere Möglichkeiten eignen sich, um den Satzanfang zu beginnen:

Haupt- und Nebensätze

1.    Umstandsangaben (Ort, Zeit, Art und Weise) voranstellen

2.    Objekte („Dem letzten Anwesenden übermittle ich die Botschaft“) voranstellen

3.    Kurze vorangestellte Nebensätze („Dass ich das erleben durfte, freut mich“)

4.    Die Ausdrucksstellung (Es kann mit beinahe jeder Wortart begonnen werden, um dem Wort Nachdruck zu verleihen: „In die Aare springen möchte ich“)

 

Auch Nebensätze sind somit notwendig. Das beste Satzgebilde bei den Nebensätzen ist der angehängte Nebensatz („Ich wischte mir den Mund ab, als es an der Tür klingelte“). Da der Nebensatz Abwechslung zum Hauptsatz bringt, sollte jeder dritte Satz mit einem angehängten Nebensatz ausklingen. Formulieren Sie Ihre Sätze dabei so, dass der Atem dafür ausreicht.

 

Schöpfen Sie ferner das Angebot an Satzzeichen aus und setzen Sie sie bewusst, gekonnt und variantenreich ein – mindestens 5 der 7 Satzzeichen sollten in jedem Text auftauchen. Setzen Sie einen Punkt, wo der Atem nicht reichen würde, jedoch nicht so früh, dass noch nichts gesagt wurde. Unterschätzen Sie nie die Kraft eines Fragezeichens, trennen Sie kurze Hauptsätze durch ein Komma, halten Sie die Leserschaft in der Schwebe durch einen Strichpunkt oder einen Gedankenstrich und verführen Sie zum Weiterlesen mittels eines Doppelpunktes.

 

 

4. Die Stilebene: Mut zu Redundanz und Ironie

Merken Sie sich: Kürzer ist nicht immer besser. Denn allzu knapp formulierte Texte wirken kalt und können unverständlich sein. Redundanz im Sinne von Übermass und Überfluss ist also erwünscht, jedoch nur in der von Wolf Schneider formulierten Form: „Ich sage oder schreibe mehr als das logisch Nötige, aber nicht, weil ich schwatzhaft wäre (die ärgerliche Redundanz), sondern weil ich die Kraft von Beispielen, Bildern und Vergleichen kenne und sie investiere, um Leser zu finden und sie durch meinen Text zu ziehen“ (Schneider 2017:38). Etwas Wortwitz, Ironie und Bosheit kann zudem unterhalten – der Umgang damit sei jedoch geübt. Schliesslich gilt: Jedes Wort soll Sinn tragen.

Redundanz und Ironie im Text

Es ist noch kein Meister vom (Schreib-)Himmel gefallen – treten Sie daher noch heute mit uns in Kontakt und lassen Sie sich dabei unterstützen, Ihre Leserschaft in den Bann zu ziehen!

Text: Deborah von Büren

(Quelle: Wolf Schneider: Deutsch für junge Profis. Wie man gut und lebendig schreibt, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 8. Aufl., 2017)

 

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